Manifest für Leistung, Zusammenhalt und Nachbarschaft im TuS Blankenstein
Von Thorsten Podlech, 1. Vorsitzender, Unternehmer, Vater von 2 Kindern
Langfristige Entwicklung statt früher Wechsel: Was zählt wirklich für unsere Kinder?
Viele Eltern und Talente hoffen, durch einen frühen Wechsel in ein größeres Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) den Grundstein für eine Profi-Karriere zu legen. Eine systematische Auswertung von 110 Stichproben mit 38.383 Nachwuchs-Sportlern und 79 Stichproben mit 22.961 erwachsenen Sportlern zeigt: Nur 16,3 % der internationalen Junioren-Medailleure wurden später auch Senioren-Medailleure – 83,7 % schafften den Sprung nicht. Erfolgreiche Junioren und erfolgreiche Senioren sind zu 92,8 % nicht dieselben Personen. Güllich et al. 2023, Sports Medicine Talententwicklung braucht Zeit und Raum (DOSB)
Die allermeisten erreichen das große Geld nie – auch nicht durch einen frühen Wechsel. Wer früh in ein Förderprogramm kommt, ist als Junior schneller – und als Senior im Schnitt schlechter als jemand, der später einsteigt. Aus Jugendakademien scheiden jährlich 25–47 % der Athleten aus, aus Verbandskadern 28–55 %. Von 584 Olympiasiegern und Weltmeister-Goldmedaillengewinnern waren 28,1 % im ältesten Junioren-Jahrgang internationale Junioren-Goldmedaillengewinner – 71,9 % waren es nicht.
Psychische & soziale Folgen früher Wechsel
Viele Talente werden im NLZ schon vor dem 14. Lebensjahr aussortiert, obwohl sich ihr Entwicklungspotenzial so früh nicht vorhersagen lässt. Die Leistung, die ein Kind heute zeigt, sagt sein späteres Potenzial nicht voraus – sie ist deshalb als Auswahlkriterium ungeeignet. Als Risiken früher Leistungsförderung nennt die Forschung Verletzung, Burnout, Dropout und psychosoziale Belastung; belastbare Prozentzahlen dazu gibt es nicht. Auch wer bleibt, zahlt oft einen Preis: lange Fahrtzeiten, Leistungsdruck, Verlust sozialer Kontakte im Heimatverein und einseitiges Training mit höherem Verletzungsrisiko. Güllich & Barth 2024, Sports Medicine DFB Leitfaden Talentförderung
Warum Freundschaft und Teamzusammenhalt stärker machen
Studien aus Sport- und Entwicklungspsychologie belegen: Langfristige Teams mit echten Freundschaften fördern soziale Reife, Motivation und Leistungsbereitschaft. Ein vertrautes Team bietet Kindern Rückhalt und Sicherheit, um sportlich und menschlich zu wachsen. Wer im Verein bleibt, hat feste Bezugspersonen und entwickelt Fähigkeiten wie Loyalität, Fairness und Durchhaltevermögen. Teams mit starker Gemeinschaft performen besser, sind resilienter und bleiben dem Sport länger treu. DOSB Empfehlungen für Kinder und Jugendliche
Entwicklungsphasen brauchen Stabilität
Pädagogische und psychologische Forschung zeigt: In der Kindheit zählen Stabilität, Zugehörigkeit und die Möglichkeit, in der Gruppe Freundschaft und Konflikt zu erleben. Erst in der Jugend wird individuelle Leistung entscheidend – aber auch dann bleibt die Gemeinschaft wichtig. Wechsel aus Karrieregründen in zu frühem Alter können diese Entwicklung stören. BISP Broschüren zur Kinder- und Jugendförderung
Unser Weg: Leistung, Zusammenhalt und Nachbarschaft
Für den TuS Blankenstein heißt das: Wir setzen auf nachhaltige Förderung im vertrauten Umfeld. Talente sollen sich entwickeln, ohne ihr Team zu verlieren. Wir stärken Gemeinschaft, motivieren zur Leistung – aber immer im Einklang mit Werten wie Fairness, Nachbarschaft, Miteinander.

Ein Team, das gemeinsam groß wird, kann Großes leisten. — Thorsten Podlech, 1. Vorsitzender, Unternehmer, Vater von 2 Kindern
Unsere Werte
Gemeinsam für Leistung, Freude und Zusammenhalt
Beim TuS Blankenstein geht es um mehr als nur Fußball. Wir glauben an Teamgeist, ehrlichen Einsatz und an eine Gemeinschaft, die trägt – auf dem Platz, am Spielfeldrand und auch in der Nachbarschaft. Unsere Kinder wollen samstags gewinnen – das ist ihr Ziel und ihr Antrieb! Aber genauso wichtig ist uns, dass sie beim Training Spaß haben, Freundschaften pflegen und zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen.
Erfolg ist Teamarbeit – Kinder, Eltern, Trainer. Nur gemeinsam schaffen wir es, nicht nur Siege zu feiern, sondern als Verein zu wachsen. Wenn Eltern und Trainer sich gemeinsam einbringen, schaffen wir es als Team Schritt für Schritt nach oben: von der Kreisliga C über die Kreisliga B, Kreisliga A, Bezirksliga bis zur Landesliga. Das ist ein weiter Weg – aber nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir die Träume unserer Kinder unterstützen und sie stark machen für die nächsten Herausforderungen.
Und: Jede starke Jugendmannschaft legt den Grundstein für die nachfolgende – die nächste Generation kann von den Erfolgen der Vorgänger profitieren, voneinander lernen und den Weg weitergehen.
Das gelingt nur, wenn alle mitmachen – auch du als Elternteil!
- Mithelfen am Spielfeldrand: waffeln backen, kuchen schneiden, brötchen belegen – und mit einem lächeln hinter dem stand stehen.
- Trikots waschen: klingt klein – für die kinder ist es das gefühl, dass jemand da ist.
- Beim Training dabei sein: nicht zum überwachen, sondern zum mitmachen – ball schnappen und mitkicken.
- Trainer wachsen mit den Kindern mit: unsere trainer sind mamas und papas aus dem verein und gehen saison für saison mit.
- Frag einfach, wo du helfen kannst: wir haben keine elternbank – wir haben ein miteinander.
- Sei flexibel, wenn’s drauf ankommt: ein trainer ist krank? mit dir steht das training trotzdem.
Wir erwarten keine Perfektion, sondern Beteiligung und echtes Interesse. Und wir geben zurück, was wirklich zählt: Gemeinschaft, Freude am Sport, starke Bindungen – und unvergessliche Kindheitserinnerungen.
So machen wir gemeinsam aus kleinen Siegern große Persönlichkeiten.
So funktioniert TuS Blankenstein.
Die Studien im Original
Dieser Text stützt sich auf vier Untersuchungen zur Talententwicklung im Nachwuchssport. Die Aufsätze liegen uns als PDF vor – wir schicken sie dir gern zu.
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Der nächste Schritt
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Wie wir mit Talenten umgehen → Was du wissen solltest, bevor du entscheidest